In Solidarität mit Lina und ihren Genossen der Antifa Ost

Das Herausgeber_innen-Kollektiv des Buches „Wir wissen was wir wollen, und was wir tun“ über die Frauenrevolution in Nord- und Ostsyrien hat uns folgende Solidaritätserklärung mitsamt einem Bild, das auf deren Vortragstour durch die Schweiz entstanden ist:

„Wir, als Herausgeber_innen Kollektiv des Buches: „Wir wissen was wir wollen, und was wir tun“ über die Frauenrevolution in Nord- und Ostsyrien sprechen unsere klare Solidarität mit den Angeklagten Antifaschist:innen vom Solidaritätsbündnis Antifa Ost aus. Antifaschismus geht uns alle an. Das hat uns Esther Bejerano in ihrer Rede zum 8. Mai gelehrt, als sie sagte: „Wenn die Regierung nichts gegen die Nazis tut, dann müssen wir das tun. Wir dürfen nicht schweigen!“ Für uns ist das keine Frage die vor Gericht verhandelt werden kann. Es ist unsere Pflicht antifaschistisch zu handeln!

Aus dem Buch über die Frauenrevolution in Rojava möchten wir einige passende Stellen zitieren, wie eine Selbstverteidigung und eine gemeinsame Organisierung auf der Basis von Selbstbestimmung, Ökologie und Geschlechterbefreiung aussehen kann. Dazu fragten wir die Freundin Zozan Sima ob sie uns das Prinzip der Selbstverteidigung der Frau näher beschreiben kann:

Frauen, die die Politik demokratisieren; Frauen, die ihr Leben riskieren, um Gemeinschaften und andere Frauen zu schützen; Frauen, die sich selbst und ihre Umgebung bilden; Frauen, die gemeinschaftlich leben; Frauen, die das ökologische Gleichgewicht retten; Frauen, die dafür kämpfen, dass ihre Kinder in freien Gebieten mit ihrer eigenen Identität aufwachsen – diese und viele andere sind Frauen, die durch den Kampf schön geworden sind. In der heutigen Welt voller Abscheulichkeiten, Ungerechtigkeit und Übel ist es nicht die Ästhetik der körperlichen Form, die die Schönheit ausmacht. Nur Frauen, die das Leben durch Kampf verteidigen, sind diejenigen, die Schönheit schaffen können. Gibt es in diesem Sinne etwas Schöneres als junge Frauen, die gegen den Faschismus kämpfen?“

Darin erkennen wir, das es vor allem Frauen sind, die beim Aufbau einer Alternative zu Staat, Patriarchat und Kapitalismus die größte Initiativkraft darstellen. Evîndar Ararat beschreibt uns das folgendermaßen: „Als Frauen des kurdischen Dachverbandes sind wir entschlossen, gemeinsam gegen Sexismus und das Patriarchat, gegen Besatzung, gegen Faschismus und Nationalismus zu kämpfen.“

Und eine Kampfgefährtin der gefallenen Internationalistin Ceren Güneş schreibt in ihrem Abschiedsbrief an sie: „Wir beide kamen in sehr unterschiedlichen Zeiten nach Rojava, beide trafen wir die Entscheidung, zu kämpfen und eine neue Zukunft aufzubauen und diese zu verteidigen. Wir wollten starke Verbindungen zwischen Freund_innen aufbauen, um dem Faschismus entgegen zu treten, um jede Frau und jedes junge Mädchen zu unterstützen, das in Unterdrückung aufwächst. Wir beschlossen für die Freiheit jeder Schwester und jeder Freundin in den Gefängnissen zu kämpfen, uns dafür zu entscheiden, an der Seite der unterdrückten Menschen ein kollektives Leben aufzubauen.“

Mit diesen klaren Worten und einem Soli-Foto, was bei der Buchvorstellungstour in der Schweiz entstanden ist, wollen wir auch heute zum Prozessbeginn ein klares Zeichen gegen Faschismus senden und Farbe bekennen. Denn nur ein gemeinsamer Kampf ist ein erfolgreicher Kampf. Egal in welchen Winkeln dieser Erde, oder mit welchen notwendigen Mitteln, die Botschaft ist klar: Kein Platz für Sexismus, Rassismus, Patriarchat, Faschismus oder Nationalismus! Und um all das gemeinsam zu bekämpfen und zu überwinden nutzen wir die Worte von Medya Abdullah, die den Erfolg des Aufbaus der Frauenselbstverteidigungskräfte der Gesellschaft so klar formulierte: „Heute haben sie Respekt vor uns, weil wir uns selbst vertrauen. Wir wissen, was wir wollen und was wir tun. Wir haben unsere Ketten gesprengt!“

Berxwedan Jiyane – Widerstand heißt Leben

Jin Jiyan Azadî – Frauen Leben Freiheit

Freiheit für Lina und ihre Genossen der Antifa Ost